Die wichtigsten Begriffe und Regeln zu Schachturnieren zusammengestellt und kurz und knapp erklärt.

Schachregeln

Neben den Grundregeln für das Spiel gibt es noch viele Bestimmungen für die Turnierpraxis. Manche davon sind auch dem geübten Vereinsspieler nicht bekannt oder bewußt. Wie das nun geht mit der Rochade, wann ist eine Partie Remis, was ist beim Schnellschach anders als in einer Turnierpartie – die offiziellen FIDE*-Regel geben Auskunft. Hier ist die deutsche Übersetzung der Schachregeln.
*(FIDE - Federation Internationale des Echecs - Weltschachverband)

Spielstärkebewertung von Schachspielern

Um die Spielstärke von Schachspielern vergleichen zu können, hat man verschiedene Wertungssysteme eingeführt. Die daraus resultierenden Wertungszahlen werden regelmäßig neu berechnet. International wird die Elo-Zahl verwendet. Diese dient auch als Grundlage für die Verleihung von Titeln wie Großmeister oder internationaler Meister. Die Elo-Zahlen des Weltschachverbands werden seit 1970 berechnet und veröffentlicht. Hier finden Sie die aktuelle Liste der Elo-Zahlen. In Deutschland gab es früher die Ingo-Wertung, die 1993 von der DWZ-Wertung (Deutsche Wertungs-Zahl) abgelöst wurde. Die DWZ lehnt sich an das ELO-System an. Der Deutsche Schachbund veröffentlicht laufend die Wertungszahlen der im Deutschen Schachbund organisierten Spieler.

Buchholz-Wertung

Die Buchholz-Wertung wird bei Turnieren nach dem Schweizer System angewandt. Dabei wird durch Addition der Punkte aller Gegner, gegen die gespielt wurde - unabhängig vom Ergebnis der Partien - die Buchholz-Zahl errechnet Ein Spieler mit einer höheren Buchholz-Zahl ist in der Endtabelle besser platziert als ein punktgleicher Spieler mit niedrigerer Buchholz-Zahl, weil er ja gegen stärkere Gegner gespielt hat. Wenn diese Wertung keine Entscheidung bringt, da auch hier Punktegleichstand erzielt werden kann, kann eine verfeinerte Buchholz-Wertung angewandt werden. Das Verfahren wird aber kaum genutzt Als weiteres Verfahren kann die Sonneborn-Berger-Wertung herangezogen werden, die normalerweise bei Rundenturnieren benutzt wird. Die Buchholz-Wertung wurde 1932 vom Magdeburger Bruno Buchholz entwickelt.

Die Sonneborn-Berger-Wertung

Die Sonneborn-Berger-Wertung wurde für Rundenturniere entwickelt, um für punktgleiche Spieler eine Differenzierung zu haben. Jeder der punktgleichen Spieler erhält die volle Punktzahl von allen Gegnern, gegen die er gewonnen hat, sowie die halbe Punktzahl von allen Gegnern, gegen die er Remis gespielt hat. Die Summe dieser Punktzahlen ergibt die Sonneborn-Berger-Zahl. Der Spieler mit einer höheren Sonneborn-Berger -Zahl erhält den besseren Tabellenplatz. Bei diesem Verfahren zählt ein Sieg gegen einen starken Gegner mehr als ein Sieg gegen einen schwachen und ergibt so eine Differenzierung. Das System wurde 1873 von Oscar Gelbfuhs entwickelt und 1882 erstmals von William Sonneborn und Johann Berger bei einem Turnier in die Praxis eingeführt.

Schweizer System

Das Schweizer System wird angewandt, wenn es wegen einer großen Teilnehmeranzahl nicht möglich ist, dass wie bei einem Rundenturnier jeder gegen jeden spielt. Ziel des Systems ist es, in jeder Runde nach Möglichkeit Spieler (oder Mannschaften) gegeneinander antreten zu lassen, die im bisherigen Turnierverlauf gleich viele Punkte erzielt haben. Dabei wird ausgeschlossen, dass Spieler zweimal gegeneinander gelost werden. Die Gegner für die nächste Turnierrunde ergeben sich also erst während des Turniers. So wird die Aussagekraft für die Rangliste deutlich größer, als wenn Partien zufällig gelost würden. Die Differenzierung wird umso feiner, je mehr Runden gespielt werden, Das erste Mal wurde das System bei einem Schachturnier in Zürich am 15. Juni 1895 angewendet, daher der Name. Erfinder soll ein Julius Müller sein.

Berliner Wertung

Die Berliner Wertung wird bei Mannschaftskämpfen angewandt. Wenn ein Mannschaftskampf remis endet, wird folgende Differenzierung vorgenommen: Für einen Gewinn am letzten Brett erhält die Mannschaft einen Punkt. Am vorletzten zwei Punkte usw. Am ersten Brett erhält der Sieger so viele Punkte, wie es Bretter gibt. Remisen können unberücksichtigt bleiben. Wer mehr Punkte in der Berliner Wertung erreicht, ist Sieger nach Wertung.


 

BSC Rehberge Schachabteilung aktuallisiert am 09.07.2016

 

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