Was bedeutet en passant?
En passant bedeutet „im Vorbeigehen“. Ein Bauer kann einen gegnerischen Bauern schlagen, der gerade aus seiner Grundstellung zwei Felder vorgerückt ist und nun direkt neben ihm steht. Der schlagende Bauer zieht diagonal auf das übersprungene Feld. Das geht nur im unmittelbar folgenden Zug.
Wann ist en passant erlaubt?
Der Sonderzug entsteht nur durch einen gegnerischen Doppelschritt aus der Grundstellung. Dein Bauer steht schon so weit vorgerückt, dass der Gegner bei einem einfachen Schritt auf sein Schlagfeld gezogen wäre. Mit dem Doppelschritt zieht er daran vorbei, genau deshalb darfst du ihn ausnahmsweise trotzdem schlagen.
Dein Bauer wartet.
Bei Weiß auf der fünften Reihe, bei Schwarz auf der vierten. Beide Bauern stehen nach dem Doppelschritt auf benachbarten Linien direkt nebeneinander.
Der Gegner springt zwei Felder.
Nur ein Bauernzug aus der Grundstellung in einem einzigen Zug löst diese Möglichkeit aus.
Du schlägst sofort.
Ziehe deinen Bauern diagonal auf das übersprungene Feld und nimm den gegnerischen Bauern vom Brett.
Wenn du direkt nach dem Doppelschritt einen anderen Zug spielst, verfällt dieses Schlagrecht. Bei einem späteren Zug kannst du denselben Bauern nicht mehr en passant schlagen.
Wie bei jedem Schachzug gilt zusätzlich: Dein König darf durch das Schlagen nicht im Schach bleiben oder ins Schach geraten. Die Regeln für den Bauern und en passant stehen in Artikel 3.7.2 und 3.7.3.1–3.7.3.2 der FIDE-Schachregeln.
So funktioniert en passant für Weiß.
Weiß hat einen Bauern auf e5. Schwarz spielt gerade d7–d5. Der schwarze Bauer steht nun neben dem weißen. Weiß darf im nächsten Zug e5xd6 en passant spielen. Der weiße Bauer landet auf d6, der schwarze Bauer wird von d5 entfernt.
Weiß: e5xd6 en passant
Schwarz zieht d7–d5; Weiß schlägt sofort nach d6.
Der schlagende Bauer steht auf der fünften Reihe.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Der gegnerische Bauer kommt mit einem einzigen Zug aus seiner Grundstellung auf die benachbarte Linie.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Der eigene Bauer nimmt den übersprungenen Platz ein. Der gegnerische Bauer verschwindet vom Brett.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Die übrigen Figuren fehlen zur besseren Übersicht. Beide Könige sind eingezeichnet; die gezeigten Züge sind in der Lehrstellung legal.
Auch Schwarz darf en passant schlagen.
Ein schwarzer Bauer steht auf c4. Weiß zieht b2–b4. Nun kann Schwarz direkt c4xb3 en passant spielen. Der schwarze Bauer landet auf b3, und der weiße Bauer verschwindet von b4.
Schwarz: c4xb3 en passant
Weiß zieht b2–b4; Schwarz schlägt sofort nach b3.
Der schlagende Bauer steht auf der vierten Reihe.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Der gegnerische Bauer kommt mit einem einzigen Zug aus seiner Grundstellung auf die benachbarte Linie.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Der eigene Bauer nimmt den übersprungenen Platz ein. Der gegnerische Bauer verschwindet vom Brett.Gelb markierte Felder zeigen die beteiligten Felder; der rote Pfeil zeigt den Zug, soweit vorhanden.
Die Regel ist für beide Farben gleich. Bei Schwarz zeigt die Vorwärtsrichtung auf dem Brett zur ersten Reihe.
Wann geht en passant nicht?
Zieht der gegnerische Bauer nur ein Feld vor, gibt es kein en passant. Es braucht einen Doppelschritt direkt aus seiner Grundstellung.
Nach einem anderen eigenen Zug ist die Gelegenheit vorbei. Du kannst sie nicht für später aufheben.
Der schlagende Bauer zieht auf das überquerte Feld, nicht auf das Feld, auf dem der gegnerische Bauer nach dem Doppelschritt steht.
Auch en passant ist verboten, wenn der eigene König dadurch angegriffen bleibt oder angegriffen wird.
Wie wird der Zug notiert?
Im weißen Beispiel lautet der Schlagzug exd6, im schwarzen cxb3. Der Zusatz e.p. darf zur Verdeutlichung angefügt werden, etwa „exd6 e.p.“. Er ist nach der FIDE-Notation optional.
e5 → d6 = exd6 e.p.
c4 → b3 = cxb3 e.p.
Ein praktischer Merksatz: „Zwei Felder am Bauer vorbei, nur sofort darf ich vorbei schlagen.“ Auf unserem Schachlernen-Leitfaden findest du die übrigen Grundregeln. Die zweite wichtige Sonderregel erklären wir auf der Rochade-Seite.
Teste dein Wissen.
Alle nicht erwähnten Voraussetzungen für einen legalen Zug sind erfüllt.
01 · Weiß steht mit e5 neben dem schwarzen Bauern, der soeben d7–d5 gezogen ist. Darf Weiß e5xd6 en passant spielen?
02 · Weiß könnte en passant schlagen, zieht aber zuerst eine andere Figur. Kann Weiß im nächsten Zug noch denselben Bauern en passant schlagen?
03 · Schwarz steht mit c4 neben einem weißen Bauern, der gerade b3–b4 gezogen ist. Darf Schwarz c4xb3 en passant spielen?
Häufige Fragen zu en passant.
Was bedeutet „en passant“ beim Schach?
„En passant“ heißt „im Vorbeigehen“. Ein Bauer schlägt dabei einen gegnerischen Bauern, der gerade aus seiner Grundstellung zwei Felder vorgerückt ist, so, als wäre dieser nur ein Feld gezogen.
Wann darf ich en passant schlagen?
Nur direkt nach dem gegnerischen Doppelschritt. Dein Bauer muss auf einer benachbarten Linie auf derselben Reihe wie der vorgerückte Bauer stehen. Der Schlag muss außerdem ein legaler Zug sein und darf den eigenen König nicht im Schach lassen.
Wie lange gilt das Recht zum en-passant-Schlagen?
Genau für deinen unmittelbar folgenden Zug. Wenn du etwas anderes ziehst, ist diese Gelegenheit verfallen. Ein späterer Schlag im Vorbeigehen ist gegen denselben Doppelschritt nicht mehr möglich.
Auf welches Feld zieht der schlagende Bauer?
Er zieht diagonal auf das Feld, das der gegnerische Bauer beim Doppelschritt übersprungen hat. Der gegnerische Bauer wird von seinem Zielfeld entfernt.
Kann Weiß en passant schlagen?
Ja. Steht zum Beispiel ein weißer Bauer auf e5 und Schwarz zieht gerade d7–d5, darf Weiß mit e5xd6 en passant schlagen, sofern der Zug legal ist.
Kann Schwarz en passant schlagen?
Ja. Steht zum Beispiel ein schwarzer Bauer auf c4 und Weiß zieht gerade b2–b4, darf Schwarz mit c4xb3 en passant schlagen, sofern der Zug legal ist.
Geht en passant auch nach einem einfachen Bauernzug?
Nein. Der gegnerische Bauer muss in genau einem Zug zwei Felder aus seiner Grundstellung vorgerückt sein.
Muss ich en passant schlagen?
Nein. Das Schlagen ist freiwillig. Entscheidest du dich für einen anderen Zug, ist die Gelegenheit nach diesem Doppelschritt allerdings verloren.
Was heißt „e.p.“ in der Schachnotation?
„e.p.“ steht für „en passant“. Nach der FIDE-Notation kann es ergänzend hinter dem Schlagzug stehen, etwa „exd6 e.p.“. Dieser Zusatz ist optional.
Regeln & Quellen
- FIDE: Laws of Chess – Artikel 3.7.2 und 3.7.3.1–3.7.3.2 (Doppelschritt und en passant), 3.9.2 (Königssicherheit), Anhang C.13.6 (Notation).
- Deutscher Schachbund: Schachkurs – Der Bauer – Abschnitt „Das en passant-Schlagen“.
Regelabgleich: 13. Oktober 2026. Eigene Lehrstellungen und Diagramme. Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolmotiv.

